Von Kostentrends, Fan- und Landstr
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Tarifanpassungswelle bei Grundversorgern?
Änderungen der Tarife und des Preisniveaus resultieren vielerorts allein aus dem Umstand, dass zum neuen Jahr wieder der höhere Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt. Die Abgaben- und Umlagelast für den nicht privilegierten Letztverbraucherabsatz reduziert sich zum Jahreswechsel in Summe aus EEG-Umlage, §18 AbLaV-Umlage, Offshore-Netzumlage, §19 StromNEV-Umlage und KWK-Aufschlag um 0,173 ct/kWh (2,23 Prozent) geringfügig auf 7,59 ct/kWh (netto).

Recherchen der GET AG zeigen, dass rund 200 Lieferanten ihre Grundversorgungstarife ꟷ bezogen auf das Netto-Preisniveau (SLP-Kunde, 3500 kWh) ꟷ anpassen: 83 Unternehmen senken um mindestens 1 %, 89 wiederum erhöhen um mindestens 1 %. Spitzenreiter sind die Gemeindewerke Krauchenwies mit -6 % und die Gemeindewerke Waging mit +17,06 %.

Ähnlich wie schon zum letzten Jahreswechsel stellen Grundversorger die Stromlieferung an Privat- und teilweise auch Gewerbekunden ab 2021 komplett auf Ökostrom um: Dazu zählen beispielsweise die Stadtwerke Greifswald, die Stadtwerke Ostmünsterland, die Nürnberger N-ERGIE, die Stadtwerke Mengen oder die Stadtwerke Stein.
Netzkooperation in Nagold
Die Stadtwerke Nagold und die Stadtwerke Tübingen (swt) werden zukünftig gemeinsam das Strom- und Erdgasnetz in Nagold betreiben. Wie die Tübinger Stadtwerke am 18. November mitteilten, habe der Nagolder Gemeinderat die Konzessionen im Bewerbungsverfahren an die Bietergemeinschaft vergeben. Zuvor hatten die Stadtwerke Nagold mit Unterstützung der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner eine bundesweite Kooperationspartnersuche gestartet, in der die swt den Zuschlag erhalten hatten. Wie es von Seiten der Kooperationspartner hieß, wolle man nun rasch die nächsten vorbereitenden Schritte zur Übernahme des Betriebs der Energienetze einleiten.
Bundesregierung setzt deutsche Häfen unter Landstrom
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat am 3. November 2020 die Verwaltungsvereinbarung zur Errichtung von Landstromanlagen in Kraft gesetzt, nachdem dieser zuvor alle Bundesländer zugestimmt hatten. Damit stellt der Bund den Ländern bis 2023 insgesamt 176 Millionen Euro Finanzhilfen für die Errichtung von Landstromanlagen in See- und Binnenhäfen zur Verfügung.

Durch Landstrom könnten sich Schiffe während ihrer Liegezeit im Hafen mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen und ihre bordeigenen Dieselgeneratoren zur Stromerzeugung abschalten, heißt es von Seiten des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi). Bei großen Container- und Kreuzfahrtschiffen würden Leistungen in der Größenordnung zwischen 4 und 16 MW abgerufen, was etwa dem Strombedarf kleinerer Städte entspricht. Dadurch können neben Luftschadstoffen wie Stickstoff- und Schwefeloxiden auch klimaschädliche CO2-Emissionen sowie Lärm und Vibrationen besonders in Hafeninnenstädten vermieden werden. Durch die Finanzhilfen des Bundes werden die Länder finanziell in der Lage sein, die mitunter sehr teuren Landstrominfrastrukturen in ihren Häfen auszubauen, so das BMWi.

Laut dem Bundeswirtschaftsminister können die Länder "die Finanzhilfen ab sofort abrufen und so ihre Häfen mit unserer Unterstützung unter Landstrom setzen. Damit wird die 'blaue Wirtschaft' ein Stück weit grüner." Die Bundesregierung wird sich an den Maßnahmen der Länder nach BMWi-Angaben in den Jahren 2020 und 2021 mit 75 Prozent beteiligen, um eine schnelle Umsetzung zu gewährleisten und COVID-19 bedingte Verzögerungen zu vermeiden. Ab 2022 werde der Bund die Länder noch mit 50 Prozent unterstützen.

In einem Memorandum of Understanding, das Bundeswirtschaftsminister Altmaier im Oktober 2019 mit den Ländern geschlossen hatte, wurden den Ländern noch weitere Maßnahmen zugesagt, um die Nutzung der Anlagen zu verbessern. Dazu gehöre den Angaben zufolge die bereits in Kraft getretene Möglichkeit, Seeschiffen bei den Netzentgelten auch Tagesleistungspreise anzubieten, sowie eine Reduzierung der EEG-Umlage für Seeschiffe auf 20 Prozent, die mit der aktuellen EEG-Novelle umgesetzt werde. In Kürze soll noch eine EU-Initiative gestartet werden, um die Nutzung von Landstrom in europäischen Häfen generell zu verbessern, hieß es aus dem Ministerium abschließend.
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